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Therapien

Klassische Homöopathie 

Die Homöopathie ist ein medizinisches System, das den ganzen Menschen berücksichtigt und nicht nur seine Krankheit behandelt. Die auf natürlichen Gesetzen beruhende homöopathische Medizin regt die Vital kraft des Patienten an, um Krankheiten zu heilen. Sie wurde von Dr. Hahnemann in Deutschland entwickelt und etabliert. Die verwendeten Heilmittel werden in erster Linie aus Pflanzen gewonnen; aber auch Metalle, Mineralien, Tiere, durch Krankheit produzierte Stoffe usw. werden für die Erstellung von mehr als 2000 Heilmitteln verwendet.

Der Grundsatz der Homöopathie lautet: Similia Similibus curantur - das heisst, ähnliches soll mit ähnlichem -heilt werden.

Behandlung nach individuellen Gesichtspunkten

In der Homöopathie ist jeder Patient eine individuelle Identität Zwei Patienten, die an ein- und derselben häufigen Krankheit leiden, erhalten unterschiedliche Verschreibungen. Die Natur des Patienten und sein Charakter werden berücksichtigt und analysiert. Den besonderen Eigentümlichkeiten, die jeder Patient an den Tag legt, wird grosse Bedeutung beigemessen.

Lebenskraft

Hahnemann beobachtete, dass jeder lebende Mensch eine Vitalkraft oder Lebensenergie besitzt. Diese ist gewissermassen für das harmonische Zusammenwirken der verschiedenen Organe des Körpers und die Harmonie von Körper und Geist verantwortlich. Diese Lebenskraft schützt uns vor Krankheit und verleiht uns Immunität. Bei Krankheit äussert sie sich durch Alarmsignale (Symptome) und gibt dadurch zu erkennen, dass sie Hilfe und Verstärkung braucht. Während der homöopathischen Behandlung regen die potenzierten, unsichtbaren Mikrodosierungen diese Lebensenergie an, sich selbst zu helfen und gesund zu werden.

Potenzierung und Potenzen

Das Gesetz, dass ähnliches mit ähnlichem geheilt werden kann, kannten auch Hippokrates und Paracelsus, doch Hahnemann war der erste, der es als Wissenschaft etablierte. Seine grossartigste Entdeckung war die Methode des Potenzierens. Durch sehr starke Verdünnung und Verschüttelung wird der Heileffekt der Mittel verstärkt. Je höher die Potenz (und je verdünnter die Materie), desto stärker und tiefer ist die Heilwirkung. So wird z.B. gewöhnliches Salz, wenn man es potenziert, ein bedeutendes Heilmittel mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten (Natrium mur.). Es entfaltet seine Wirksamkeit bei der verschiedensten psychischen Störungen, bei Dermatitis, Migräne, Heuschnupfen usw.

Medikamententest

Hahnemann empfahl, die homöopathischen Mittel an gesunden Menschen zu erproben. Da die mentalen Symptome (z.B. in der Aussage) Es brennt mich wie Feuer im Magen! bei den homöopathischen Verschreibungen mit Ausschlag gebend sind, werden die homöopathischen Mittel nicht in Tierversuchen erprobt.

Die minimale Dosis

Der klassische Homöopath braucht nur ein homöopathisches Mittel aufs Mal und beschränkt die Wiederholung des Mittels aufs Minimum.

Anamnese

Da die Homöopathie den Menschen als Ganzes behandelt und nicht Stück für Stück seine Symptome bekämpft, muss der Arzt eine gründliche Fallaufnahme machen, um das richtige Mittel zu finden. Dabei ist die gesamte gegenwärtige und vergangene Geschichte des Patienten und seiner Familie für ihn wichtig. Auch der allgemeine Charakter und das Naturell des Patienten (eifersüchtig, misstrauisch, introvertiert, impulsiv usw.) sowie die Vorlieben, Abneigungen und die Umstände, unter welchen sein Leiden sich bessert, beziehungsweise verschlimmert, spielen eine wichtige Rolle.

Verlauf des Heilungsprozesses

Eine Heilung muss wie folgt verlaufen:

Von innen nach aussen und von wichtigen zu weniger wichtigen Organen

Von oben nach unten

In umgekehrter Reihenfolge ihres Entstehens

Von innen nach aussen

Die Heilung verläuft von innen nach aussen und von wichtigen zu weniger wichtigen Organen. D.h. zuerst wird der Patient sich psychisch besser fühlen, dann werden die lebenserhaltenden Organe (Herz, Lunge, Niere usw.) und zuletzt die übrigen Körperteile (Gelenke, Haut usw.) geheilt. Wenn ein Patient unter mehreren Beschwerden leidet, werden diese nach diesem Prinzip geheilt, so wird z.B. ein Asthma vor einer Hautkrankheit geheilt.

In umgekehrter Reihe ihres Entstehens

Während einer Therapie können Symptome früherer Krankheiten kurz wieder auftreten. Dies ist ein positives Zeichen und zeigt, dass die Lebensenergie die schwachen Punkte im Organismus erkannt hat und heilen wird.

Homöopathische Verschlimmerung

Leichte temporäre Verstärkung der körperlichen Symptomatik nach Einnahme eines homöopathischen Heilmittels, insbesondere bei der Behandlung chronischer Leiden. Die Gemütslage des Patienten ist entspannt und aufgehellt. Diese so genannte Erstverschlimmerung ist als positiv zu werten: Der Organismus wird zur Selbstheilung angeregt.

Was man bei einer homöopathischen Behandlung beachten sollte

Homöopathische Mittel sollen nicht von Hand berührt werden.

Sie sollen nicht in der Nähe von Parfüm oder anderen stark riechenden Substanzen aufbewahrt werden.

Die Einnahme sollte nur mit völlig sauberem Mund erfolgen.

Vor oder nach der Einnahme des Mittels soll eine halbe Stunde lang nichts anderes durch den Mund aufgenommen werden.

Während der homöopathischen Behandlung sollten Sie folgende Stoffe vermeiden, da diese die Wirkung des homöopathischen Mittels abschwächen: kampferhaltige Medikamente (Vick's, Pulmex, Tigerbalsam, usw.), starkriechende Essenzen, möglichst wenig Kaffee und am Tag der Mitteleinnahme gar keinen, möglichst wenig Kamillen oder Pfefferminztee.

Zähne nicht unmittelbar vor oder nach der Einnahme putzen (Menthol).